Ich fotografiere gerne analog. Auf die Frage, wo denn da im Resultat der Unterschied liegt, zumal auch meine analogen Fotos eingescannt – also letztlich digitalisiert werden, musste ich kurz nach Worten oder einem Vergleich suchen, der meine Wahrnehmung bestmöglich beschreibt. Zugegeben ist der optische Unterschied bei den fertigen Fotos nicht großartig erkennbar, da ich auch meine digitalen Fotos durch entsprechende Nachbearbeitung “analog” aussehen lasse. Warum dann überhaupt analog fotografieren? Günstiger ist es auf keinen Fall. Zwar bekommt man gebrauchte, gute analoge Kameras günstiger als gute digitale Kameras, doch ist die Anschaffung hier nicht das teuere. Nein, die Filme kosten, das Versenden der Filme, die Entwicklung der Negative, das Einscannen, das Rücksenden der Negative und ggf. das Entwickeln der ausgewählten Fotos. Zudem hat ein Kleinbildfilm in der Regel nur 36 Fotos. Auf meine Speicherkarte passen hingegen ca. 360 Fotos (RAW).

Warum also Film? Warum analog fotografieren?

Vielleicht kann ich es versuchen, durch einen Vergleich verständlich zu machen. Es ist wie Klavierspielen, Klaviermusik. Ja, ich liebe Klaviermusik. Ein Klavier oder ein Flügel haben einfach einen tollen Klang. Jetzt gibt es auch tolle E-Pianos, die klingen wie ein Klavier. Zudem sind sie wesentlich leichter aufzunehmen. Man stöpselt ein Kabel rein, verbindet es mit dem Computer und los geht`s. Nimmt man Midi auf, so kann man das E-Piano auch nach dem Aufnehmen wie ein Glockenspiel, eine Tuba oder einen Synthesizer klingen lassen. Einfach so! Und dennoch, hat ein echtes Klavier oder ein echter Flügel einen ganz anderen Charme. Auch wenn man es bei einer glatt-gemasterten Popaufnahme vielleicht nicht mehr hört. Ein echtes Klavier oder ein echter Flügel live recorded, mit Mikrofonen aufgenommen, live eingespielt, vielleicht noch das Knarzen des Pedals zu hören und dann Tom Waits, der mit seiner rauen Stimme dazu singt –> das ist analoge Fotografie!

(Titelbild: Portra 160)

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